Die 4 Schritte zur Freiheit

Bild zu 4 Schritte zur Freiheit
Lerne das Loslassen, um dich von deinen Problemen zu befreien.
Lerne in 4 Schritten, wie du jegliche Anhaftungen von dir in Luft auflöst. Hör auf, dir selbst im Weg zu stehen.

Die Welt bedankt sich bei dir dafür, dass du dir heute wieder einmal Zeit für deine Selbsterkenntnis nimmst.

Mit jedem Schritt, den wir gemeinsam auf dem Pfad des Erwachens gehen, schaffen wir das Potential für mehr Liebe und Frieden auf der Erde. Hierzu müssen wir jedoch uns selbst verändern und nicht die Welt.

“Gestern war ich schlau und wollte die Welt verändern. Heute bin ich weise und verändere mich selbst.”

– Rumi

Denn: Die äußere Welt wird sich wie von allein verändern, wenn du dich um dein Inneres kümmerst.

Ein großer Teil der Bevölkerung handelt momentan nämlich eher reaktiv, anstatt proaktiv etwas zu bewirken. Wir gehen davon aus, dass unsere Lebensumstände zu uns kommen und reagieren dann darauf. Wisst ihr was das bedeutet?

Wir sehen uns als Opfer an, als Spielball unserer Umstände. Wir sehen uns als Tropfen im Ozean.

Alles, was um uns herum passiert, halten wir fest und ordnen es in Schubladen. Wir glauben, dass unsere Vorstellungen von allem etwas Unveränderliches sind. Unser Bild über uns selbst und unsere Mitmenschen meißeln wir in Stein und jeden Moment gleichen wir unsere Eindrücke mit diesen vermeintlich festen Figuren ab.

Bekommen wir nicht das, was wir erwarten, leiden wir.

Ist eine Person doch nicht so, wie wir denken, sind wir enttäuscht.

Glauben wir an unsere Unfähigkeit, handeln wir gar nicht erst.

Atme nun dreimal tief ein und aus und überlege dir dann, was in diesem Universum nicht vergeht.

Gibt es etwas, dass sich mit der Zeit nicht verändert?

Wie viele Dinge in deinem Leben hältst du für unveränderlich?

Lasse danach das folgende Zitat auf dich wirken.

„Ich bin das höchste Selbst jenseits aller Klassifizierungen und Kategorien, ich bin der höchste Glückverheißende, jenseits all jener in der Mitte. Ich bin jenseits von Maya(Welt der Erscheinungen). Ich bin das höchste Licht. Ich bin das wirkliche Selbst, unzerstörbar und unveränderlich.“

– ShriAdi Shankara

Das Selbst ist also das Einzige, was sich nicht verändert. Alle anderen Dinge kommen und gehen, sind vergänglich. Lebewesen werden geboren und sterben. Gedanken erscheinen und verschwinden wieder. Gefühle kommen und klingen wieder ab.

Um jedoch das Selbst erkennen zu können, müssen wir uns von jeglichen Vorstellungen von uns selbst und der Welt lösen. Hierzu durchlaufen wir immer wieder dieselben 4 Phasen, welche in verschiedenen Traditionen unter anderem auch im Buddhismus gelehrt werden. Sie sind notwendig, um Probleme und Schwierigkeiten im Kern zu erkennen und uns von ihnen zu lösen:

  1. Erkennen
  2. Akzeptieren
  3. Erforschen
  4. Nicht-Identifizieren

1. Erkennen

Als erstes ist es wichtig zu erkennen, was dich innerlich aufwühlt.

Was sind die vermeintlichen Probleme, die du mit der Welt und dir selbst hast? Was hält dich von Fortschritten in deinem Leben ab?

Beim Erkennen ist es sehr wichtig, nicht den Kopf in den Sand zu stecken wie ein Strauß, sondern Verantwortung für unsere vielen Steinfiguren zu übernehmen. Sie sind da. Solltest du sie verneinen wäre es so, als würdest du sie in eine große Rumpelkammer werfen und die Tür zu machen. Die Rumpelkammer stellt dabei dein Unterbewusstsein dar, in welchem die Steinfiguren trotzdem noch die ganze Zeit mit allem verglichen werden. Du hast also nichts gewonnen.

In diesem Fall weißt du dann aber gar nicht, woher die inneren Regungen in vielen Alltagssituationen kommen und du siehst dich noch mehr als Opfer der Situation. Schau ganz genau hin und sei ehrlich zu dir selbst: Was geht genau in mir vor? Ihr kennt vielleicht den Spruch: Einsicht ist der erste Weg zur Besserung.

2. Akzeptieren

Der zweite Schritt stellt das Akzeptieren dar. Du musst dich den Dingen hingeben, genau so wie sie jetzt sind. Akzeptiere, dass du nun mal zu dem jetzigen Zeitpunkt so und so bist. Erschaffe dir selbst dabei keine neuen Wunschvorstellungen, wie alles besser sein sollte.

„Wenn du begreifst, sind die Dinge so, wie sie sind. Begreifst du es nicht, sind die Dinge immer noch so, wie sie sind.“ – Zen Buddhismus

Das Akzeptieren ist ein Schritt, der viel Mut erfordert. Für viele von uns ist äußerst schwer, uns einzugestehen, wer wir wirklich sind.

Wenn du dich manchmal minderwertig fühlst, dann ist das vollkommen okay.

Wenn du übergewichtig bist, dann ist das vollkommen okay.

Bist du manchmal faul, dann ist das vollkommen okay.

Hierbei ist es jedoch noch wichtig zu sagen, dass du dich nicht in deinem Leid suhlen sollst, sondern es für den Moment einfach nur akzeptierst.

Es bedeutet nicht, dass du wieder in reaktive Muster verfällst. Akzeptiere einfach, was ist.

3. Erforschen

Der dritte Schritt stellt wahrscheinlich den langlebigsten dar: Wir erforschen unsere Probleme und versuchen, zu ihrem Ursprung zu gelangen.

Denn nur wenn wir zu der Wurzel gelangen, kommen wir in die Lage wirklich loslassen zu können. Hierbei müssen wir bei den erkannten und akzeptierten Problemen genau darauf schauen, wann sie entstehen.

Welche Auslöser gibt es für sie und wie fühlen wir uns dann? Was geht dabei in unserem Körper vor sich und welche Gedanken schießen uns dann durch den Kopf?

Eine Achtsamkeitspraxis ist für diesen Schritt unerlässlich: Ohne eine gebündelte Aufmerksamkeit ist es sehr schwierig, sich auf gewisse Gefühle oder Bereiche im Körper zu konzentrieren. Gedanken schießen uns blitzschnell wieder durch den Kopf und lenken uns von unseren Ziel ab. Wir müssen stets genau hinsehen, und versuchen zu verstehen, was wir sehen.

Ärgern wir uns über uns selbst, weil wir in der Kindheit wenig Liebe von unseren Eltern erfahren haben? Essen wir abends vor dem Schlafen so viel, weil wir Hunger haben oder aber gegen die innere Leere kämpfen?

Erforschst du deine Probleme bis zu ihrem Ursprung, öffnest du eine nicht für möglich gehaltene Tür.

4. Nicht-Identifizieren

Im vierten Schritt bist du dann bereit, dich von den komplett erforschten Problemen zu lösen. Du realisierst, dass du die Steinfiguren ganz allein selbst gemacht hast. Du erkennst auch, warum du sie gemacht hast: aus Unwissenheit.

Endlich bist du in der Lage, sie loszulassen und dich zu befreien. Unsere Steinfiguren sorgen nämlich sonst für Abhängigkeiten, lösen Ängste aus und erschaffen unsere Masken, wodurch wir unter mangelnder Authentizität leiden. Sie trennen uns von dem, was wirklich ist. Sie erschaffen die Trennung zwischen dem „Ich“ und der „Außenwelt“. Lassen wir unsere Figuren los, gelangt mehr Frieden in unser Leben.

Die äußeren Umstände „triggern“ uns immer weniger.

Je nachdem an wie vielen Figürchen ihr noch festhaltet, desto mehr Umstände bringen auch Leid und Sorgen über euch. Macht euch dies im Alltag immer wieder bewusst.

An welcher Figur von der Welt haltet ihr in einer Situation gerade fest? Durchlauft die vier Schritte und erkennt die Windstille im Auge des Tornados.

Von Jemand zu Niemand

Alle Probleme, alle Traumata, alle Sorgen und alle Ängste lassen sich auf diese Weise lösen. Sehr schwere Fälle sitzen deutlich natürlich tiefer und es bedarf daher deutlich mehr Reflexion darüber, im Kern sind sie aber alle selbstgemacht und lassen sich überwinden.

Anhand dieses Prozesses kannst du jede einzelne Spannung in dir auseinandernehmen und dich von ihr trennen. Man kann es sich auch so vorstellen, dass jeder dieser „Trigger“ in der Außenwelt einen Spiegel darstellt, der einen Teil unseres Innersten zeigt. Durchlaufen wir alle vier Schritte, verschwindet der Spiegel.

Wir sehen wieder, wie die Welt wirklich ist. Wir sehen nicht mehr die Illusion, die wir von der Welt erschaffen: Wie wir glauben, wie sie sein muss und wie nicht.

Immer mehr Teile unseres Ichs lassen wir zurück und wir werden innerlich immer gelassener, weil wir jetzt wissend sind. Das Leben wird mehr und mehr zu einem Spiel, bei welchem wir uns entspannt in unseren Kinosessel fallen lassen und das Schauspiel genießen, ohne an den Geschehnissen zu haften.

Wenn wir zu allem oder gleichermaßen zu nichts werden(in einem früheren Artikel sprach ich bereits von der Paradoxität jenseits unseres Ichs und dem Dualismus), was kann uns dann noch schaden? Was haben wir noch zu tun, wenn wir alles sind?

“Andere können nur das in dir verletzen, was du glaubst zu sein.”

– Unbekannt

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